Warum ist Bewegung so wichtig?
Der Wolf (und somit auch der Hund) ist ein Läufer, dessen Grundbedürfnis es ist mit seinem Rudel durch die Gegend zu streifen. Durch die verschiedensten Gerüche nimmt er Kontakt mit seiner Umwelt auf. So wie wir die Verbindung zu anderen Menschen durch
Gespräche, emails oder Briefe aufnehmen, so tun das unsere Hunde durch Ihre Nase. Sie stehen dadurch im Zwiegespräch mit ihren Artgenossen ,senden und hinterlassen Nachrichten. Lange Streifzüge stärken die Bindung zu Ihrem Rudelführer. Nur er bestimmt die Richtung, die Dauer und die Art und Weise der Streifzüge, bei denen immer am Ende das Futter steht.  Ein Hund braucht Aufgaben und das Gefühl sich sein Fressen selbst verdient zu haben.

Wir sollten daher bestrebt sein diesen Bewegungstrieb Rechnung zu tragen.

Auch auf das Zusammensein mit anderen Artgenossen sollte viel Wert gelegt werden. Dadurch wird das Sozialverhalten trainiert, was wiederum frei macht von Angst und Agressionen. Unsere Hunde lernen Ihre eigene Körpersprache zu verstehen und anzuwenden. Kein Hundebesitzer kann mit seinem Hund so  ausgelassen spielen und so kommunizieren wie es Hunde untereinander tun. Auch wenn von Aussen betrachtet das wilde Herumtollen oder das Klären der Stellung manchmal recht gefährlich aussieht ist es letztendlich eine Form des Verständnisses untereinander, wo am Ende Rücksichtsnahme und Solidarität eine grosse Rolle spielen sollten. Auch hier lernen unsere Hunde wieder Unterordnungsbereitschaft und Verantwortung zu übernehmen. Eine frühzeitige Sozialisierung verhindert später Eskalationen zwischen Artgenossen und Menschen.

Heutzutage wird viel von Vermenschlichung des Hundes gesprochen, worunter das gar zu innige Verhältnis zwischen Mensch und Tier verstanden wird.

Meiner Meinung nach ist vom Teilen der Couch, über Premiumfutter, Hundeschuhe, teure Spielzeuge bis zum Schlafen im Bett alles erlaubt. Streicheleinheiten und Zuwendung sind über die vielen Jahren der Entwicklung vom Wolf zum Haushund ein nicht unwichtiger Bestandteil der hündischen Bedürfnisse geworden, doch es sollte nie vergessen werden, dass die tierischen Instinkte überwiegen. An uns liegt es zu entscheiden, welche davon zu unterdrücken und welche es wert sind erhalten zu werden.